Gasverwendung

gasverwendung Für Hersteller von gasbetriebenen Geräten, Prozessanlagen und deren Bauelementen sowie für branchenzugehörige Dienstleistungsunternehmen bietet die figawa umfangreiche technische Informationen und Services und die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit bei der Gestaltung von Gesetzen und Verordnungen, wie z.B. BImSchV, EEWärmeG oder EnEV.

Die gezielte Arbeit der Fachgremien bei der Mitgestaltung der nationalen und internationalen Normungsarbeit sowie die beratende Funktion in verschiedenen Forschungsprojekten sowie in öffentlichkeitswirksamen Projekten, tragen dabei zum Erfolg der Branche und der einzelnen Mitgliedsunternehmen bei.

In dem Forum der VHB Mitgliederversammlung 2012 wurden die neuen Rahmenbedingungen für Komponenten und Gerätehersteller durch Experten mit Referaten vorgestellt. In intensiven Diskussionen konnten diese Themen vertieft werden.

Aktuelle Fachthemen, die derzeit bei den Mitgliedern im Fokus stehen:

 

A. Geräte

Nationale Gesetzes- und Verordnungsgebung

Die Fachgruppen der figawa verfolgen stets die Neuerungen bei nationalen Gesetzes- und Verordnungsgebungen und bewerten regelmäßig die daraus entstehenden Konsequenzen und Auswirkungen, speziell in Bezug auf die Gerätetechnik.
So wird z.B. die Entwicklung des Gesetzes zur Neuregelung des Schornsteinfeger-handwerkes und die sich daraus ergebenden Konsequenzen mit Einbeziehung der betroffenen Akteure BDH, ZIV und ZVSHK stetig verfolgt. Der Prozess der Novellierung der Kleinfeuerungsverordnung (1. BImSchV), mit ihren Anforderungen an Kleinfeuerungsanlagen, wird im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen auf die Gerätetechnik ebenfalls begleitet.

Die Konsequenzen des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) sowie der sich entwickelnden einschlägigen Ländergesetzgebung für die Gerätetechnik wurden analysiert, bewertet und eine entsprechende Kommunikationsstrategie entwickelt.

Die EnEV 2009 verschärft das Anforderungsniveau im Mittel um 30 %. Sie führt die Methode des Referenzgebäudes und die Gültigkeit der Norm DIN V 18599 auch für Wohngebäude ein. Die Änderung des Primärenergiefaktors für die Erzeugung von elektrischem Strom von 2,7 auf 2,6 beeinflusste die für die Geräte- und Komponentenindustrie bedeutsame Bewertung der Energieeffizienz von gas- und strombetriebenen Geräten. Damit wurden die Rahmenbedingungen für die Anlagentechnik zunehmend enger gefasst, so dass hiermit erhebliche technologische Konsequenzen für die Geräteentwicklung resultieren.

In konzertierten Aktionen begleiten die Mitgliedsunternehmen weiterhin aktiv die einzelnen Themenbereiche.
Informationen zur EnEV erhalten Sie hier.
Informationen zur Kleinfeuerungsverordnung (1.BimSchV) erhalten Sie hier.
Informationen zur Neuregelung des Schornsteinfegerhandwerkes finden Sie hier.

Initiative zur Änderung der EnEV 2009 für hohe Hallen

Der figawa-Initiative ist es u.a. zu verdanken, dass die Marktfähigkeit dezentraler Heizsysteme bis zur nächsten Novellierung der EnEV erhalten bleibt.
Das Zusammenwirken des Erneuerbare Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) und der novellierten Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) in ihrer damaligen Version wäre sonst zu Lasten der Energieeffizienz und der Wirtschaftlichkeit von Hallen und Hallenheizsystemen gegangen.
Über Ersatzmaßnahmen und einer genaueren Definition der Referenzsysteme ist es so gelungen, einer ganzen mittelständischen Industriesparte die existentielle Bedrohung zu nehmen.

Forschung & Entwicklung „Gesamtenergieeffizienz von Hallengebäuden“

Die Projektleitung des anspruchsvollen F&E-Vorhabens liegt in den Händen der figawa; wissenschaftliche Partner sind die TU Dresden (Heizungstechnik) und die Universität Kassel (Bauphysik).
Die figawa-Mitgliedsunternehmen der dezentralen Heizungssysteme sind in beratender Weise ebenfalls involviert.
Das F&E-Vorhaben „Gesamtanalyse Energieeffizienz Hallengebäude“ (GAEEH) lieferte schon im Juni 2010 erste Ergebnisse über Nutzungsprofile, Typisierung von Hallengebäuden, Messungen und Analysen.
Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen findet derzeit eine Bestimmung der Anlagenkonfigurationen für Heizungstechnik statt, gepaart mit einer energetischen Bewertung in Simulationsrechnungen.

Weitere Information zu dem F&E Vorhaben finden Sie hier.

Systemnormung DIN V 18599

Die Überarbeitung der energetischen Bewertung von Hallen und deren Heizungstechnik der Normreihe DIN V 18599 erfolgt mit dem Ziel, Grundlage der geplanten Novellierung der EnEV 2012 zu sein.
Die DIN-Normenreihe befasst sich im speziellen mit der Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung (Energiebilanz) von Gebäuden.

In die Arbeit der figawa-Fachgruppe fließen die aus dem F&E-Vorhaben „Gesamtanalyse Energieeffizienz Hallengebäude“ gewonnenen Erkenntnisse regelmäßig mit ein.

Weitere Information zur DIN-Normreihe finden Sie hier.

Software figawa-Hallenmodul

Das von der figawa entwickelte Software-Programm zur Berechnung des Energiebedarfs von Hallengebäuden nach DIN V 18599 und zur Erstellung von Energieausweisen wird von einer Vielzahl registrierter Anwender genutzt.
Es ist das erste Programm, das auf die Besonderheiten von Hallengebäuden und deren spezielle Anlagentechnik spezialisiert ist. Sowohl zentrale als auch dezentrale Hallenheizsysteme können in ihrem End-Energiebedarf berechnet werden.
Der hohe Qualitätsstandard dieser Software wurde durch das ITG Dresden- Institut für Technische Gebäudeausrüstung - eingehend geprüft und bestätigt.

Weitere Informationen zum Software figawa-Hallenmodul finden Sie hier.

Öffentlichkeitsarbeit „Grün heiz(s)t dezentral“ und „Feine-Erdgasküche“

Die neuen Anforderungen für dezentrale Heizungssysteme machten es erforderlich - speziell Fachberater, Architekten und Küchenplaner - ausreichend über deren Auswirkungen zu informieren. Mit der von der figawa ins Leben gerufene Kampagne „Grün heiz(s)t dezentral“ und der Internet-Seite www.feine-erdgaskueche.de ist es gelungen, eine breite Öffentlichkeit via Flyer, Internet, Presseinformationen, Fachartikeln und Facebook über die Neuerungen bei dezentralen Heizungssystemen zu informieren.

Weitere Informationen zu „Grün heiz(s)t dezentral" finden Sie hier.

Europäische Richtlinien

Die turnusmäßige Novellierung der für die Geräte- und Komponentenhersteller bedeutsamen Gasgeräte-Richtlinie (GAD) sowie der Ökodesign-Richtlinie (ERPD) bilden den europäischen Rechtsrahmen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte.
Der Schwerpunkt der Fachgruppen liegt u.a. in der Neuformulierung des Geltungsbereichs wie auch in der fachlichen Unterstützung von ingenieurwissenschaftlichen Instituten bei der Gutachten-Erstellung. Die Arbeit der Gruppen findet in enger Kooperation mit der EU-Kommission sowie mit den europäischen Verbänden afecor, elvhis und euro-air statt.

Weitere Informationen zur Gasgeräte-Richtlinie (GAD) finden Sie hier.
Weitere Informationen zur Ökodesign-Richtlinie (ERPD) finden Sie hier.

Die technische Arbeit hinsichtlich der Gaskochgeräte liegt in den Händen des HKI - Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e.V.-, mit dem eine erfolgreiche Zusammenarbeit seitens der figawa gepflegt wird. Ein regelmäßiger Austausch findet im Initiativkreis Kochen statt, in dem aktuell die EuP-Richtlinie und die Novellierung der EN 30 diskutiert werden.

Weitere Informationen zur Novellierung der EN 30 finden Sie hier.

Harmonisierung der Gasbeschaffenheit (GasQual-Projekt)

Das von der EU-Kommission entwickelte Projekt zur Harmonisierung der Gasbeschaffenheit hat den Freiverkehr für den Energieträger Erdgas durch die Festlegung verschiedener Gasparameter zum Ziel.
Eine von der figawa und den Mitgliedsunternehmen „Dezentrale Hallenheizung“ entwickelte Testprozedur lieferte die Basis für eine offizielle Stellungnahme an das Konsortium des Projektes. Es hatte sich gezeigt, dass die Variation der Gasbeschaffenheit im vorgesehenen Bereich inakzeptabel für eine zufriedenstellende Performance des installierten Bestands dezentraler Heizsysteme ist.
Die europäischen Verbände elvhis und euro-air haben sich der Position der figawa angeschlossen und ebenfalls eine entsprechende Eingabe an die Kommission formuliert.

Weitere Informationen zum GasQual-Projekt finden Sie hier.

Geräte-/Systemnormung CEN/TC 180 (Dezentrale Gasheizungssysteme)

Unter Beteiligung der figawa-Mitgliedsunternehmen wurde ein technischer Report zum Thema Anwendung der EuP-Richtlinie in der CEN/TC 180/WG 6 erstellt.
Titel des Reports:„Industrielle und gewerbliche dezentrale Heizungssysteme: Systemwirkungsgrade und NOX-Emissionen“.

Informationen zur Geräte-/Systemnormung CEN/TC 180 finden Sie hier.

DVGW-Innovationsoffensive

Auf Grundlage der von der Gaswirtschaft beauftragten Prognos-Studie initiiert der DVGW die „Innovationsoffensive Gastechnologie“.

Die Ergebnisse der Prognos-Studie führten u.a. bei der Gasverwendung zu einer veränderten Betrachtungsweise vom Produkt zum System – speziell bei den zukunftsweisenden Technologien, wie z.B. den Energiesystemen mit dezentralen Strukturen (Kraftwärmekopplung), Gaswärmepumpen oder Brennstoffzellen mit hohen Stromwirkungsgraden, die vermehrt zum Einsatz kommen sollen.

In zukünftige Forschungsarbeiten sollen zudem spezielle Infrastruktur Themen wie die strategische Instandhaltung, Bewertung des Zustandes der Leitungen und der zunehmende Einfluss der Informationstechnologie einfließen.
Weitere Themen der „Innovationsoffensive Gastechnologie“ sind die steigenden Anforderungen an das Dispatching, durch zusätzlich zu berücksichtigende Gasströme z.B. aus Biogaseinspeisung, die sich auch auf die Gasmessung und der Abrechnung auswirken. Der Bau und der Betrieb von Gasspeichern müssen ebenfalls optimal in die bestehende Infrastruktur eingebunden werden.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Prognos-Studie finden Sie hier.

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B. Komponenten

Deutsche Gesetz-/Verordnungsgebung und Europäische Richtlinien

Die deutsche Gesetz-/ Verordnungsgebung und die europäische Richtliniengebung wurden aus der Sicht der Komponenten-Industrie eingehend verfolgt und durch die Teilnahme an den Gremien der europäischen Kommission mitgestaltet.
Aus der Vielzahl der für den Komponentenbereich relevanten legislativen Festlegungen standen insbesondere folgende Themen im Fokus der Beratungen:

  • Die Novellierung der Einheitenverordnung (nach § 3)
  • Die Implementierungsmaßnahmen zu den Losen 1 (Heizkessel) und Losen 2 (Warmwasserbereiter) der Ökodesign-Richtlinie
  • Die Gasgeräterichtlinie GAD
  • Die Druckgeräterichtlinie PED
  • Die Chemikalienverordnung REACH
  • RES –regenerative Energietechnik – und systeme
  • Die Bauproduktenverordnung CPR
  • Die WEEE-Richtlinie

Komponentennormung CEN/TC 58

Die figawa fördert intensiv über den VHB die deutsche und internationale Normung.
Hier wird in einem wissenschaftlich-technischen Gremium die Technologie der Bauelemente (Gascontrols, Ölcontrols) für wärmetechnische Anlagen begleitet.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit, die auch vom Controlsverband unterstützt wird, spiegelt sich speziell in der Komponentennormung CEN/TC 58 wider.

Weitere Informationen zur Komponentennormung CEN/TC 58 finden Sie hier.

Bei den nachfolgenden Komponentennormungen war die figawa mit ihren Fachgremien ebenfalls erfolgreich aktiv:

Forschung und Entwicklung

Die Arbeit der Fachgremien sieht eine unterstützende und beratende Funktion in verschiedenen Forschungsprojekten vor.

Forschungsprojekte waren u.a.:

  • Prüfverfahren zum Nachweis der UV-Beständigkeit von innerhalb eines Gebäudes installierten Rohren aus Kunststoff
  • F&E-Arbeiten über Werkstoffbeständigkeiten von biogenen Heizölgemischen gegenüber Kunststoffen
  • F&E-Vorhaben des DVGW über Biogas/Bioerdgas
  • Weiterentwicklung der Sensortechnik

Zertifizierungsfragen

Die für die Produktzertifizierung wichtigen Belange der Komponenten-Industrie werden unter Einbeziehung der Zertifizierungsstellen beraten.

Öffentlichkeitsarbeit

Ein Artikel über geeignete Heizkessel für Bio-Heizöle fand in Fachzeitschriften Veröffentlichung. Der Artikel stützt sich auf die Arbeit des VHB-Arbeitskreises Öl.

afecor Seminare

In Kooperation mit dem DIN NHRS wird die erfolgreiche Serie der afecor Seminare fortgesetzt: Im Rahmen des 6. afecor-Seminars wurde ein Überblick über die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die technischen Entwicklungen zur Steigerung der Energieeffizienz und Sicherheit in Europa für die Öl- und Gasindustrie gegeben.
Hochrangige Vertreter der EU-Kommission aus Wirtschaft, Forschung und Lehre sowie den Normungsorganisationen gaben aktuelle Informationen und erlaubten Ausblicke zu folgenden Themenkomplexen:

  • Eco-Design-Anforderungen an Produkte der Heizungsindustrie (Lot 1 und Lot 2)
  • Revision der Gasgeräterichtlinie – Wichtige Änderungen
  • Ein Blick in die Zukunft: Aus der Arbeit der Kommissionsarbeitsgruppe Smart Grids – Intelligente Strom- und Gasnetze
  • Konsequenzen für die Heizungswirtschaft: Smart Metering und home automation
  • Die Erwartungen und Forderungen der Kommission an den Einsatz von Biogas in der EU
  • Biogas: Stand der Forschung und Regelsetzung
  • Neue Wege der Verbrennungsoptimierung im Lichte der zu erwartenden Harmonisierung der Gasbeschaffenheit
  • Offene Protokolle als neuer Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz

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C. Systeme

Arbeitskreis Datenfernübertragung (DFÜ) mit dem Projektkreis Smart Metering

Im figawa-Arbeitskreis DFÜ werden regelmäßig, durch die Einbindung europäischer Partnerverbände ESMIG - Europäische Smart Meter Industrie Gruppe, wie z.B. facogaz (Verband der europäischen Gaszählerhersteller) oder Aqua (Verband der europäischen Wasser- und Wärmezählerhersteller), Informationen über die nationale und europäische Entwicklung ausgetauscht.
Wesentliche Aufgaben des Arbeitskreises sind die Betrachtungen der Auslegepraxis der Bundesnetzagentur (BNA), die Abgabe von Verbandsstellungnahmen sowie deren Begleitung und Konsultationen der Bundesnetzagentur.
Die Auslegungsposition der BNA ist von besonderer Bedeutung, da aus der Möglichkeit technische Spezifikationen vorzugeben bzw. Anforderungen des Gesetz- und Verordnungsgebers aus technischer Sicht zu interpretieren, wichtige Konsequenzen für die Produktentwicklung resultieren.

Folgende Themen werden derzeit aktiv verfolgt und gestaltet:

  • Internet der Energie – IKT für Energiemärkte der Zukunft
  • OMS-Initiative zur Erstellung interoperabler Standards auf M-Bus Basis
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Smart Metering
  • Veröffentlichung der OMS-Spezifikationen

Die aktuellen Dokumente der OMS-Spezifikationen sind im Internet unter http://www.oms-group.org verfügbar und für jeden ohne Lizenzgebühren zugänglich.

Veranstaltungen zum Open Metering

Die Open Metering-Initiative der drei Verbände figawa, KNX und ZVEI veranstaltete 2010 die erste OMS-Fachkonferenz.
Die Konferenz behandelte die aktuellen Entwicklungen bei den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und ging auf die Anforderungen der Messstellenbetreiber bezüglich Funktionalität und Wirtschaftlichkeit ein.

Forum „Smart Metering“

Der Oldenbourg Verlag (Fachzeitschrift gwt Gas/Erdgas) und die figawa veranstalteten 2009 erstmals das Forum „Smart Metering – Chance oder Risiko für die Gaswirtschaft“. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei Stadtwerken, Energieversorgungsunternehmen und der Geräteindustrie. In 2010 wurden zwei weitere Foren jeweils mit der Themensetzung „Smart Metering – Positionen und Lösungskonzepte der Gaswirtschaft“ angeboten.
Die erfolgreichen Reihe wird unter dem Thema „Smart Meter Smart Grid Smart Energy - Intelligente Wege der zukünftigen (effizienten) Energieverteilung“ fortgesetzt.

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